Tarifvertrag bau west angestellte

Paragraf 9 des Grundgesetzes (Garantie der Vereinigungsfreiheit) gilt auch für Arbeitgeberorganisationen. Wie bei den Gewerkschaften haben die Arbeitgeberorganisationen das Recht, Tarifverhandlungen zu führen, wenn sie von ihren Mitgliedern dazu betraut werden und tariflich als gesetzliche Aufgabe bezeichnet wird (Abschnitt 2 des Tarifgesetzes). Es gibt keine weiteren gesetzlichen Regelungen, die Kriterien für die Repräsentativität oder eine gesetzliche Verbandspflicht definieren. Nach dem Arbeitszeitgesetz fällt die Verlängerung der Arbeitszeit (sogenannte “Zusatzarbeit” Mehrarbeit) über die gesetzliche Norm hinaus in den Zuständigkeitsbereich der Tarifverhandlungen. Auch Betriebsräte und Geschäftsführung haben das Recht, Erweiterungen über die vereinbarte Norm hinaus abzuschließen. Die zusätzliche Arbeit beginnt über die Schwelle hinaus, die durch die ausgehandelte Norm gebildet wird. Die Vereinbarungen regeln die Form der Entschädigung (Auszeit oder Vergütung). Die Standardteilzeit ist seit 2000 im Rahmen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) geregelt. In Betrieben mit mindestens 15 Beschäftigten haben Arbeitnehmer das Recht, von einer Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle zu wechseln. Die normale Teilzeitarbeit ist sozialversicherungspflichtig, und die Rechte der Arbeitnehmer sind die gleichen wie die der Vollzeitbeschäftigten. Eine Reform, die es Teilzeitbeschäftigten ermöglicht, wieder in Vollzeit zu arbeiten, wird diskutiert. In der Tarifrunde 2015 einigten sich die Sozialpartner der Gewerkschaft Metall und Maschinenbau auf die Aufnahme von bezahltem Ausbildungsurlaub in die Branchenvereinbarung. Die Unterfinanzierung der Kranken- und Altenpflegeversicherung und der Arbeitskräftemangel in der Branche veranlassten den Arbeitsminister, einen vorläufigen Expertenausschuss für Pflege zu schaffen.

Eines der Ergebnisse des Ausschusses war die Notwendigkeit, die Arbeitsbeziehungen im privaten Pflegesektor zu verbessern. Als Reaktion darauf gründeten einige Sozialverbände eine neue Arbeitgeberorganisation, die bereit ist, einen Branchentarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di zu unterzeichnen. Im November verabschiedete die Regierung ein Gesetz zur Verbesserung der Löhne im Pflegesektor, das den Erweiterungsmechanismus klarstellt – Arbeitgeberorganisationen, die kirchenrechtliche Sendeanträge anwenden, müssen vor einer Verlängerung konsultiert werden – und eine permanente Mindestlohnkommission für den Pflegesektor einrichtet, die über die Erhöhung der Mindestlöhne sowohl für Hilfs- als auch für Facharbeiter entscheiden soll. 2013 sicherte sich die IG BAU eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent für zwölf Monate. [2] 2016 verhandelte sie mit den Arbeitgebern über eine Lohnerhöhung für rund 785.000 deutsche Bauarbeiter. Nach der Vereinbarung erhielten die Beschäftigten in den westdeutschen Bundesländern ein Plus von 4,6 Prozent und in den östlichen Bundesländern über einen Zeitraum von 22 Monaten 5,3 Prozent. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 5,9 Prozent für ihre Beschäftigten gefordert. [3] Ähnliche Verhandlungen führten 2018 zu einer Lohnerhöhung von rund 6 Prozent für mehr als 800.000 Bauarbeiter über 26 Monate. [4] Für die freiwillige Deckung (Occupational Supplementary Pension Scheme) leisten Arbeitnehmer mindestens 25 €/Monat zum Durchschnitt von 205 €/Monat (Grenze des Steuerabzugs). Die Arbeitszeit ist nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) auf der Grundlage der europäischen Regelung geregelt.

Das ArbZG gilt nicht für Beamte (die durch Verordnungen des Bundeslaenders abgedeckt sind), Arbeitnehmer im Verkehrssektor (die durch andere nationale, europäische oder internationale Vorschriften abgedeckt sind), Arbeitnehmer in liturgischen Diensten (kirchenrechtlich) und Selbständige (keine Regelung). Das ArbZG kann über Tarifverträge und – unter der Bedingung einer Öffnungsklausel im Tarifvertrag – über Betriebsverträge ausgeschlossen werden.

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